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Parkanlage Astrachan

Karte-1823
Bei der Arbeit
Schweizerhaus

Astrachan

 

Die Parkanlage Astrachan wurde 1753 von Christoph Gottlob Busch, einem Lehrer der Nieskyer Unitätsknabenanstalt als sog. Recreationsplatz angelegt. Sie diente den Schülern der Anstalt als hauseigene Parkanlage in welcher sie sowohl spielerischen als auch gärtnerischen Tätigkeiten nachgehen konnten. Da Christoph Gottlob Busch später als Prediger in die Südrussische Ortschaft Astrachan berufen wurde gab er der von ihm geschaffenen Parkanlage den Namen Astrachan.

 

In Astrachan hatte jede Stubengesellschaft ihr eigenes, als "Wildnis" bezeichnetes, Terrain. Innerhalb dieses Gebietes wurden Bäume zum Klettern freigegeben und durch umfangreiche Erdarbeiten erhielt jede Stube ihre eigene Stubenburg. Noch heute zeugen die Erdaufwürfe in Astrachan vom Ausmaß dieser Anstrengungen. Mit Tischen und Bänken versehene, schattige Sitzplätze und die Anlegung von Beeten und Rasenbänken vervollständigten das Bild. In der Gestaltung ihres Terrains waren die Zöglinge der Unitätsknabenanstalt frei, sodass jede Wildnis nach ihren eigenen Vorstellungen eingerichtet werden konnte.

 

Anfänglich noch außerhalb der Ortschaft auf freiem Feld gelegen wurde Astrachan im 19. Jhd. zuhnemend durch die wachsenden Vororte Neu Ödernitz und Neu Särichen eingeengt. Die gegen Ende des 19.Jhd. erfolgte Umzäunung bildet bis heute die Grenzen der Anlage.

 

Das markanteste Bauwerk in Astrachan war das sogenannte "Schweizerhaus". Seinen Ursprung hatte es jedoch in der sog. Schwesternplantage, in der Nähe des Wartturmes, wo man es 1803 als "Weinberghaus" errichtete. Im Jahre 1827 wurde es dort aber unerklärlicherweise abgebaut und ins Zentrum von Astrachan verlegt. Von da an wurde es bis zum Ende der Unitätsknabenanstalt 1944 als Gerätehaus der Schüler genutzt.

 

Nach 1945 vegetierte Astrachan ohne besondere Nutzung vor sich hin. Erst 1953 erfolgte der Umbau zum Volkspark. Im Zuge dieser Umgestaltung wurde auch das "Schweizerhaus" abgerissen. In den folgenden Jahrzehnten mit Sandkästen, Wippen und Klettergerüsten ausgestattet, wurde Astrachan nun wieder vorwiegend von Kindern genutzt. Die räumliche Nähe der Schulen und Kindergärten tat dazu ihr übriges. Bis heute hat sich daran kaum etwas geändert. Die weitere Einengung des Parks durch die Errichtung des Einkaufszentrums veränderte sein Aussehen zusätzlich. Ein Teil des alten Baumbestandes, vor allem an der Westseite, wurde gefällt. Lediglich die Reste der Stubenburgen zeugen noch heute vom Treiben der Generationen von Kindern.