


Wanderausstellung "Konrad Wachsmann Exhibition Konrad-Wachsmann-Haus
Von Niesky in die Welt
Das Museum Niesky präsentiert seine neue Wanderausstellung über den Architekten Konrad Wachsmann
Das Jahr 2026 ist für das Museum Niesky gleich mit zwei Jubiläen verbunden. Der Namensgeber des Konrad-Wachsmann-Hauses und wichtigster Protagonist seiner Geschichte, der international renommierte Architekt und Pionier des industriellen Bauens, Konrad Wachsmann (1901–1980), wurde vor 125 Jahren geboren.
Zudem schrieb man das Jahr 1926, als er bei der Nieskyer Christoph & Unmack AG, dem seinerzeit größten Holzbauunternehmen Europas, seine Karriere begann. Somit ist Wachsmann seit 100 Jahren mit der Stadt Niesky verbunden.
Dies bietet dem Museum Niesky den willkommenen Anlass, eine neue Wanderausstellung über das Leben und das Werk Wachsmanns zu präsentieren, die von nun an und in den kommenden Jahren unterwegs sein wird, um ihn in Deutschland und darüber hinaus bekannter zu machen und für Niesky und seine bauhistorischen Besonderheiten zu werben.
Das Interesse ist schon im Vorfeld sehr groß – das kann der Nieskyer Museumsleiter Dr. Jan Bergmann-Ahlswede bestätigen: „Schon seit unserer Ankündigung des Ausstellungsprojekts im vergangenen Jahr haben uns zahlreiche interessierte Anfragen erreicht.“
Doch so ein ambitioniertes Projekt, auch wenn es räumlich kompakt ist, schüttelt man nicht mal so eben aus dem Ärmel.
Es soll zudem den aktuellen Stand der Forschungen zu Wachsmann spiegeln. Mit diesem Anspruch freut es das kleine Nieskyer Museumsteam besonders, dass es u.a. Soetje Marie Beermann aus Berlin als Kuratorin für diese Ausstellung gewinnen konnte. Sie hat kürzlich ihre Doktorarbeit über Wachsmann vollendet und kennt seinen Nachlass wie keine zweite.
Zusammen mit Carina Kitzenmaier, ebenfalls eine Wachsmann-Kennerin und versierte Ausstellungsmacherin hat Soetje Beermann die Ausstellung in den vergangenen Monaten geplant, entworfen und gebaut.
Die Ausstellung ist als Wanderschau bewusst kompakt gehalten. Ausstellungsarchitektur und gleichzeitig Exponate sind drei sehr große, auffällig gelb gestrichene Holzkisten, die einst schon einmal eine Wachsmanntafelausstellung als Transportboxen sicher um den Globus begleiteten. Sie tragen seit jeher die Aufschrift „Konrad Wachsmann Exhibition“ – Da auch die neue Ausstellung in deutscher und englischer Sprache gehalten ist, war damit auch gleich der Titel der Ausstellung gefunden.
In den großen gelben Holzboxen ist die neue Ausstellung eingebaut. Thematisch teilen sich die drei Kisten in die Abschnitte Leben, Werk und natürlich die Verbindung zu Niesky auf. Erzählt werden die Inhalte u.a. über eindrucksvolle Gebäudemodelle. Geschickt setzen die Kuratorinnen auch einen Diavortrag in Szene, den Wachsmann sein halbes Leben lang stets bei sich trug, immer wieder verfeinerte und sofort aus dem Hut zaubern konnte, wenn er irgendwo auf der Welt eine seiner berühmten Vorlesungen hielt.
Die Ausstellung kommt ganz ohne leere Ausstellungswände aus und kann an vielen unterschiedlichen Orten stehen. So erhoffen sich die Kuratorinnen und der Nieskyer Museumschef auch ein sehr breit gefächertes Publikum. „Nicht nur geübte Museumsgänger und Hochschulangehörige wollen wir dahin erreichen, sondern gerne auch mal die Besucher eines großen Einkaufszentrums, eines Kulturhauses oder eines anderen öffentlichen Ortes.“, so der Museumsleiter.
So eine Wanderausstellung ist eine gute Möglichkeit, auf sich aufmerksam zu machen, weiß man in Niesky.
Maßgeblich unterstützt wurde die Ausstellung u.a. vom Initiativkreis Albert-Einstein-Haus Caputh e.V. und von der Akademie der Künste Berlin. Ihr Text

Sonderausstellung im
Johann-Raschke-Haus
Ausstellungseröffnung 10.07.2026 I 17 Uhr
Handel im Wandel – Ein Einkaufsbummel durch Nieskyer Geschäfte
Diese Ausstellung erzählt Episoden aus der Geschichte Nieskyer Geschäfte anhand historischer Fotografien. Sie zeigen die Entwicklung Nieskys zur Einkaufsstadt in unterschiedlichen gesellschaftlichen Epochen. Die 1742 gegründete Siedlung der Herrnhuter Brüdergemeine entwickelte sich schnell zu einem wichtigen Gewerbe- und Marktzentrum. Handwerker und Kaufleute, die sich hier angesiedelt haben, zeichneten sich durch Fleiß, Ordnung und handwerkliches Können aus, so dass die Bewohnerinnen und Bewohner der umliegenden Dörfer gern nach Niesky kamen, um hier einzukaufen oder ihre Erzeugnisse selbst auf dem Wochenmarkt zu verkaufen. Mit der Industrialisierung waren große Teile der Bevölkerung, die in den Fabriken arbeitete, auf eine externe Bereitstellung von Lebensmitteln angewiesen. Selbstversorgung und Wochenmärkte wurden in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts mehr und mehr vom stationären Einzelhandel abgelöst. Auf jeder Straße gab es nun neben Bäcker und Fleischer viele kleine Ladengeschäfte.
Im Dezember 1945 wurde in der Sowjetischen Besatzungszone die Konsumgenossenschaft ins Leben gerufen und 1948 die Staatliche Handelsorganisation (HO) gegründet. Filialen beider Ladenketten prägten fortan das Stadtbild in der DDR. Private Läden wurden in der Warenzuteilung benachteiligt und so nahm ihre Anzahl immer weiter ab.
Nach der deutschen Wiedervereinigung 1990 blühten Handel und Gewerbe in Niesky auf. Zahlreiche Bürger wagten den Schritt in die Selbstständigkeit und in der Innenstadt wurden viele kleine Geschäfte eröffnet. Auf der grünen Wiese wurden in den 1990er-Jahren jedoch auch neue Einkaufs- und Gewerbezentren gebaut.
Durch die Konkurrenz der großen Einkaufsmärkte sowie des Internethandels verschwanden in den letzten beiden Jahrzehnten nach und nach einzelne Geschäfte des Einzelhandels aus der Innenstadt. Zudem ging die Gründergeneration der frühen Neunzigerjahre in den vergangenen Jahren in den Ruhestand. Inzwischen stehen im Stadtzentrum viele Läden leer, in andere sind Gesundheits- und andere Dienstleistungsanbieter, Versicherungen, Vereine und Institutionen eingezogen.
Die Ausstellung „Handel im Wandel“ ist die letzte eigenständige Sonderausstellung unserer scheidenden ehemaligen Museumsleiterin und Kollegin, Eva-Maria Bergmann. Die Schau kann bis zum 11. Oktober 2026 im Johann-Raschke-Haus besichtigt werden.

Sonderausstellung im
Konrad-Wachsmann-Haus
Wohlauf, lasst uns Ziegel streichen und brennen! – Vom Ziegeleiwesen im Raum Niesky
Seit Ende April zeigt das Konrad-Wachsmann-Haus eine eigene Sonderausstellung zur Geschichte des Ziegeleiwesens im Raum Niesky. Recherchen haben ergeben, dass es zwischen Rietschen und Kodersdorf einst über 30 Ziegeleien zu unterschiedlichen Zeiten gegeben hat. Angefangen bei den sogenannten Ziegelscheunen der Rittergüter, über erste gewerbliche Kleinziegeleien mit eher kleinen Brennöfen bis hin zu großen Industriebetrieben im 20. Jahrhundert mit internationalem Absatz reicht das Spektrum der Baustoffherstellung in der Region. Mit dem Aufkommen der technisch spezialisierten Ziegeleien am Beginn des Industriezeitalters wurden Ziegel als Baumaterial erschwinglich und änderten so das Erscheinungsbild der Dörfer in der Lausitz. Doch der traditionelle Holzbau wurde damit noch nicht vollständig verdrängt. Tatsächlich entwickelte sich mit dem Ziegelfachwerk eine bemerkenswert langlebige Bautradition, die bis heute wertvolle Impulse für nachhaltiges Bauen liefert.

Sonderausstellung im Holzkonsum
Lichtbogen – Werksfotografie im ehemaligen VEB Waggonbau Niesky
Die Traditionsgruppe Waggonbau Niesky geht nach der erfolgreichen ersten gemeinsamen Ausstellung mit dem Museum Niesky im „Holzkonsum“ in der Konrad-Wachsmann-Straße 32 in die zweite Runde. Am 1. Mai wurde die neue Ausstellung „Lichtbogen – Werksfotografie im ehemaligen Waggonbau Niesky“ eröffnet. Sie zeigt eine qualitätvolle Fotoserie von fast einhundert Bildern, die Menschen und ihre Arbeitsstätten im ehemaligen VEB Waggonbau Niesky dokumentieren. Die Bilderfolge, die in den 1970er-Jahren vor allem durch den damaligen Betriebsfotografen Martin Biele erstellt worden ist, zeigt eindrucksvoll die Arbeitswelt der Nieskyer Waggonbauer und gewährt Einblicke, die den Menschen außerhalb des Betriebs nicht zugänglich waren.


