Parkanlage Monplaisir



Monplaisir
Der Begriff "Monplaisir" ist bis heute noch vielen Nieskyern bekannt. Der Name kommt aus dem Französischen und bedeutet "Mein Vergnügen". Die Geschichte dieser Anlage ist eng verbunden mit der Geschichte des Pädagogiums in Niesky. Im Jahre 1760 wurde das Pädagogium der Brüder Unität in die noch junge Siedlung Niesky verlegt. Diese Bildungseinrichtung gehörte ebenfalls zu dem weit verzweigten Erziehungswerk der Herrnhuter Brüdergemeine. So wie die Unitätsknabenanstalt verfügte auch das Pädagogium über eine eigene Grünanlage. Aber im Gegensatz zu Astrachan sollte hier kein Spielplatz etabliert werden, sondern eine großflächige Parkanlage entstehen. Auch hier war der Grundgedanke die körperliche Ausbildung der Schüler. Hinzu kam die Möglichkeit des Unterrichts in der Natur und die kreative Gestaltung dieser Anlage. Daneben diente Monplaisir natürlich auch für Spaziergänge und zur Erholung. Bereits auf der Karte von 1771 findet sich eine solche, als Knabengarten ausgewiesene Grünanlage (Nr. 49) nordöstlich vom Gottesacker. Heute befindet sich auf diesem Gelände das Heizhaus hinter der roten Schule. Dies ist der Beginn der Parkanlage Monplaisir. Wann genau dieser Garten angelegt wurde, ist nicht überliefert. In Erxlebens "Niesky und Umgegend, 1882" wird die Anlegung Monplaisirs in die Zeit zwischen 1760 und 1780 datiert, was mit der Verlegung des Pädagogiums 1760 nach Niesky übereinstimmt. Es ist also anzunehmen, dass die ersten Arbeiten am Knabengarten bereits Anfang der 1760er Jahre begannen.

Nr. 1 Die steinerne Hütte ( Westhütte )
Am nordöstlichen Rand von Alt-Monplaisir gelegen, wurde diese steinerne Hütte mit Blick nach Westen in den 1780er Jahren errichtet. Bis 1886 ist dieses Bauwerk auf den Karten verzeichnet. Die obige Aufnahme zeigt die Hütte um 1880. Spätere Belege sind nicht bekannt; wahrscheinlich wurde die Hütte noch vor Beginn des 20. Jhd. abgetragen.

Nr. 2 Obelisk "Hora Ruit"
Eine Zeichnung von 1802 zeigt einen Obelisken mit der Inschrift "Hora Ruit" (lat. "die Stunde enteilt"). Vermutlich zwischen 1770-1789 am Ostrand von Alt Monplaisir errichtet, findet sich seine einzige literarische Erwähnung in Theodor Erxlebens "Niesky und Umgegend" von 1882. Dabei handele es sich jedoch um einen Stein mit der Inschrift "Hora Ruit", gelegen am Südrand von Alt-Monplaisir, der heutigen Parkstraße. Hierbei kann nur vermutet werden, dass der Obelisk im Laufe der Zeit abgetragen und Teile von ihm an anderer Stelle wieder errichtet wurden.

Nr. 3 Der Judenberg
In der Mitte von Alt-Monplaisir erhebt sich bis heute der sogenannte "Judenberg". Zum ersten Mal auf der Karte von 1782 eingezeichnet, wurde er wahrscheinlich zwischen 1770 und 1780 von den Schülern des Nieskyer Pädagogiums aufgeschüttet. Damit gehört er zu den ältesten Anlagen in Monplaisir. Mit einer Höhe von 5 – 6 m erschien er damals noch imposanter als heute. Rings herum führte ein serpentinenartiger, mit Geländern ausgestatteter Weg auf die mit Sitzbänken versehene Kuppe. Später wurden noch die Kapelle und die Schordan-Säule am Fuße des Berges angelegt. Woher die Bezeichnung "Judenberg" stammt, ist unklar. Während der Umgestaltung zum Volkspark in den 1950er Jahren wurden viele Bäume entfernt und der Berg bis zur Hälfte abgetragen. Obgleich er an Größe verloren hat, so ist er doch allen Nieskyern wohl bekannt. Kaum jemand, der nicht schon als Kind auf ihm gespielt hat oder dort im Winter gerodelt ist. Auch für Fotos und Zeichnungen war und ist er ein beliebtes Motiv. 2025 erfolgte die wieder Aufschüttung des Berges.

Nr. 4 Die Kapelle
Die Kapelle in Alt-Monplaisir, auch als "Kapelle am Fuße des Berges" oder "Judenkapelle" bezeichnet, wurde wohl am Ende des 18. Jhd. nur wenige Meter westlich vom Berg im Neugotischen Stil errichtet. Sie findet sich bereits auf einer Zeichnung von 1804. Aus Holz bestehend und kunstvoll verziert, diente sie den Pädagogisten als Geräteschuppen. Zusammen mit dem Berg und der Schordan-Säule bildete sie ein sehr interessantes und häufig dargestelltes Motiv. Ob die Bergkapelle in Oybin dafür tatsächlich die Vorlage lieferte, kann nur vermutet werden.
Bereits zerfallen und in schlechtem Zustand, wurde die Kapelle nur wenige Jahre nach dem Ende des 2. Weltkriegs abgerissen. Der Zahn der Zeit hatte hier zu stark genagt.

Nr. 5 Die Schordan – Säule
Die erste Darstellung der Säule findet sich auf einer Zeichnung von 1802, was vermuten lässt, dass sie bereits zwischen 1770 und 1789 in Alt-Monplaisir errichtet wurde. Im Laufe der Zeit wurde die Säule vermutlich versetzt. Am 18. August 1882 wurde zum Gedenken an den Inspektor des Pädagogiums und der Knabenanstalt in Niesky, Carl Friedrich Schordan, eine eiserne Tafel an dieser Granitsäule angebracht.
Ein detaillierter Bericht dazu findet sich in den Herrnhuter Nachrichten von 1882, Ausg. 33 / 34.
" An diesem Tage sind neunzig Jahre verflossen, seit ein Mann geboren wurde, welchem Viele in unserer Brüder – Unität ein dankbares Andenken bewahren, der selige Bruder Carl Friedrich Schordan. Sei ganzes Leben und Wirken ist verwachsen mit den Unitäts - Anstalten Niesky. Von 1813 – 23 war er dort Lehrer, von 1823 – 1850 Inspektor des Pädagogiums und der Knabenanstalt, welche beide in der Gnadenzeit der vierziger Jahre zu schöner Blüthe im Inneren und Aeußeren gelangten. Von 1850 – 1869, wo der müde siebenundsiegzigjährige Greis seinen Hirtenstab niederlegte, lag die Oberleitung dieser Institute in seiner Hand, da er als Mitglied des Helfer- und Erzieher- Departements der Unitäts – Aeltesten – Conferenz angehörte. In gleichem Verhältniß stand er in diesen Jahren auch zu dem Theologischen Seminar in Gnadenfeld und hat demselben, obwohl er in diesem Gebiete nicht so zu Hause war, wie in seinem früheren Nieskyer Arbeitsfelde, mit unermüdlicher Treue seine Fürsorge gewidmet. Eine sehr große Zahl früherer Schüler, Pflegebefohlener und Mitarbeiter wird es dem theuren Manne mit dem väterlichen liebevollen und doch so kindlich heiteren Gemüthe, mit dem Regen, für alles Schöne, Wahre und Gute so empfänglichen Geiste nie vergessen können, was sie an ihm gehabt haben. Solche werden darum auch gewiß von Herzen damit einverstanden sein, wenn wir ihm jezt dasselbe thun, was vor bald fünfzig Jahren auf seine Veranlassung dem früheren Inspektor des Pädagogiums C. Th. Zembsch, geschah. Wie eine bescheidene Eisentafel mit des lezteren Namen die eine der beiden alten Granitsäulen in Alt – Monplaisir schmückt, so soll die andere, nahe der Kapelle, fortan eine ähnliche Tafel zum Gedächtnis unseres lieben Vaters Schordan tragen. Man wartet wol sonst oft mit einem solchen Denkzeichen bis dahin, wo ein volles Jahrhundert seit der Geburt des Gefeierten verflossen ist. Aber in zehn Jahren wird schon Mancher von Denen, welche des seligen Bruders Leitung und Berathung genossen haben, nicht mehr hienieden sein. Darum ist der jeztige Zeitpunkt passender erschienen, um dies kleine Zeichen der Liebe und Dankbarkeit aufzurichten. Die Inschrift der Tafel soll folgende sein:
C.F. Schordan.
1813 – 1823
1823 – 1850
1850 – 1869
___________
18. August 1882
Mögen sich denn die, welche an dieser Feier im Geiste theilnehmen wollen, Freitags den 18. August Morgens 9 Uhr – wenn Gott uns freundliches Wetter dazu schenkt – die große Jugendschaar von Niesky mit ihren Lehrern und Vorgesezten, und wol noch manchen
theilnehmenden Freunden versammelt denken um jenes alte Granitdenkmal. Mögen sie im Geiste ihr Amen sagen zu dem dort ausgesprochenen Dank gegen den Herrn, der seinen treuen Diener so lange Zeit hindurch mit so viel Segen auf diesem edlen Felde hat arbeiten lassen. Mögen sie mit uns auch ihm selbst in dankbarem Liebesgedächtniß einen
segnenden Nachruf widmen. "
Fortan als Schordan-Säule bezeichnet, ähnelte sie in ihrem Aussehen sehr stark der Zembsch-Säule, was bis heute zu Verwechslungen führt. In den 1950er Jahren wurde sie abgerissen, jedoch im Gegensatz zu den meisten anderen Denkmälern später wieder an anderer Stelle aufgebaut. Die beschädigte Eisentafel befindet sich heute im Museum Niesky. 2017 erfolgte die Restaurierung der Säule, eine neue Tafel wurde eingefügt. 2025 wurde die Schordan-Säule wieder an ihren originalen Standort zurückversetzt.

Nr. 6 Der steinerne Pavillon
Bereits um 1780 ist der steinerne Pavillon auf dem Gelände des heutigen Heizhauses errichtet worden. Bis 1823 ist dieses Bauwerk auf den Karten verzeichnet, danach finden sich keine Belege mehr.
Bildtitel:
Steinerner Pavillon in Alt-Monplaisir. Darstellungen auf einem
Kaffee-Service der Fam. Christoph von 1869 (Museum Niesky)

Nr. 7 Das Turnerdenkmal
An der Westseite von Alt-Monplaisir wurde 1920 das Turnerdenkmal errichtet. Es steht, wenige Meter neben dem Schleiermacher-Denkmal. In der Wochenzeitschrift „Herrnhut“, Ausgabe Nr. 3 vom 13. August 1920 findet sich hierzu ein detaillierter Bericht:
"Sonntag, den 20. Juni, fanden hier wie vielerorts in unserm Vaterlande die „Reichsjugendkämpfe“ statt, mit denen der veranstaltende Nieskyer Turnverein die Einweihung eines Denksteins für seine gefallenen Turnbrüder verbunden hatte. Trotz der Ungunst der Witterung – es regnete namentlich am Nachmittag reichlich – waren viele Gäste, einzeln und in Vereinen, der Einladung gefolgt. Die Weihe des Denkmals selbst, eines Granitobelisken auf der Steingruppe im „Buchenviereck“ beim Turnplatz, vollzog Br. Drexler im Rahmen einer würdig ausgestalteten Feier. Vorher und nachher fanden auf dem „Sportplatz“ die eigentlichen Kämpfe statt in Gerät- und volkstümlichen Übungen, an denen sich etwa 50 Jugendliche von 14 – 18 Jahren aus den Turnvereinen des „Heidebezirks“ und vom Pädagogium beteiligten. Bereichert wurde die Veranstaltung durch eingeschobene Vorführungen von Spielen, Freiübungen usw. älterer Turner, auch zweier Damenabteilungen, abgeschlossen durch die Verteilung der Eichenzweige an die glücklichen und laut beglückwünschten Siegers, etwa 25 an der Zahl. "
Das Turnerdenkmal musste Anfang der 1980er Jahre dem Bau des Heizhauses hinter der roten Schule weichen und wurde auf den Gottesacker versetzt, wo es bis heute am Ostrand erhalten geblieben ist.

Nr. 8 Das Schleiermacher-Denkmal
1911 wurde im Westteil von Alt-Monplaisir, auf dem Gelände des ehemaligen Knabengartens, ein Denkmal aus schlesischem Sandstein zur Erinnerung an den bekanntesten Schüler
des Pädagogiums Friedrich Ernst Daniel Schleiermacher errichtet. Dieser weilte von 1783–1785 am Pädagogium in Niesky. Im Gegensatz zu vielen anderen Denkmälern in Monplaisir überstand es den Krieg und die Zeit danach ohne größere Beschädigungen. Anfang der 1980er Jahre jedoch wurde auf dem Gelände ein Heizhaus errichtet, welchem das Denkmal weichen musste. Es wurde abgebaut und an das Ende des Hauptgangs auf dem Gottesacker verlegt, wo es bis 2005 stand. Bereits 2004 entstand die Idee, das Denkmal zu restaurieren. Daher wurde es komplett abgebaut, restauriert und am 4.November 2005 vor dem Friedrich- Schleiermacher-Gymnasium Niesky, der ehemaligen Knabenanstalt, feierlich wieder aufgebaut.

Nr. 9 Der " SIWAH "-Stein
An der Kreuzung der heutigen Parkstraße, zwischen Alt-Monplaisir und dem Gottesacker, befinden sich die Überreste eines steinernen Denkmals mit der Inschrift "SIWAH". Die unmittelbare Nähe zur Parkanlage lässt eine Zugehörigkeit zu Monplaisir vermuten. Die Inschrift bezieht sich wahrscheinlich auf die im nordwestlichen Teil von Niesky gelegene Anlage "Oase Siwah", welche in der 2. Hälfte des 19. Jhd. verschwand. Es finden sich bisher keinerlei schriftliche Hinweise oder bildliche Darstellungen, sodass es der Fantasie des Betrachters überlassen bleibt, wie dieses schlichte Denkmal einst ausgesehen haben mag. Ob die umherliegenden Bruchstücke zum Denkmal gehören oder später nach dem Umbau zum Volkspark hier abgelegt wurden, kann nicht gesagt werden.

Nr. 10 Die Zembsch-Säule
Im Jahre 1835 wurde zum Gedenken an den langjährigen Inspektor des Pädagogiums in Niesky, Christian Theodor Zembsch (1728-1806), welcher die Unitätseinrichtungen von 1769–1805 leitete, ein Monument in Form einer Granitsäule an der östlichen Grenze von Alt - Monplaisir errichtet.
Die fortan nach Zembsch benannte Säule ruhte auf einem erhöhten Steinsockel und trug eine eiserne Tafel mit der Inschrift: „Theodoro Christiona Zembsch. Natus XXIII Mai MDCCXXVIII, obiit XXX Aug. MDCCCVI. Dan: XXI, III.“
Die Zembsch-Säule verschwand ebenfalls in den 1950er Jahren, während der aus Steinen errichtete Sockel erst viel später vor dem Bau der Turnhalle abgetragen wurde. Bis heute wird sie oft mit der sehr ähnlich aussehenden Schordan-Säule verwechselt

Nr. 11 Der hölzerne Pavillon
Die Zeichnung von 1802 zeigt einen hölzernen Pavillon mit Aussichtsplattform. Die Signatur lautet: „Pavillon in Alt-Monplaisir“. Tatsächlich ist auf dem Entwurfsplan zu Alt-Momplaisir ein solcher Pavillon in einem Rondell in der süd-östlichen Ecke verzeichnet. Da keine weiteren Erwähnungen oder Bildliche Darstellungen bekannt sind, wird dieses Bauwerk wohl nicht lange existiert haben. Auffällig ist die Ähnlichkeit mit dem hölzernen Wartturm in der Schwesternplantage.

Nr. 12 Die hölzerne Hütte ( Schäferhütte )
Am gleichen Standort wie zuvor der hölzerne Pavillon, wurde um 1830 eine hölzerne Hütte errichtet. Vermutlich handelt es sich hier um die im Archiv der BG Niesky erwähnte „Schäferhütte“. Das Aquarell ist die einzige bildliche Darstellung der Hütte. Wie lange sie existierte, ist nicht bekannt, wahrscheinlich wurde sie in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts abgerissen.

Nr. 13 Die Nordhütte
Am Südende von Alt-Monplaisir gelegen wurde die Nordhütte zwischen 1770 und 1789 als steinerne Hütte im Klassizistischen Stil errichtet. Ein Durchgang führte über die heutige Parkstraße hinweg nach Neu-Monplaisir hinein. Die ältesten Zeichnungen stammen von 1804. Nach 1823 finden sich keinerlei Erwähnungen mehr, was vermuten lässt, dass die Nordhütte in der Mitte des 19.Jahrhunderts abgetragen wurde.
Zeichnung um 1811 (Unitätsarchiv Mp.42.16)

Nr. 14 Die Ruine
Die Zeichnung von 1802 zeigt eine unbekannte Ruine im antiken Stil am kleinen Rondell in Neu-Monplaisir. Sitzbänke und eine angedeutete Hütte sind zu erkennen. Vermutlich diente die Hütte zur Unterbringung der Arbeitsgeräte. Wahrscheinlich wurde dieses Bauwerk bereits in der 2. Hälfte des 18. Jahrhunderts errichtet. Wie lange es existierte, ist nicht bekannt.
Ruine in Neu-Monplaisir 1802 (Unitätsarchiv Cim.III.14.23)

Nr. 16 Die Grotte
Die Grotte in Neu-Monplaisir entstand vermutlich bereits in den 1780er Jahren. Wie lange sie existierte, ist unklar. Ihre Überreste sind bis heute erkennbar.
Grotte in Monplaisir – Zeichnung von 1801 (Unitätsarchiv Cim.III.14.20))

Nr. 17 Der Japanische Tempel
Der japanische Tempel wurde in der 2. Hälfte des 18. Jhd. inmitten von Neu Monplaisir, nordöstlich des Hungerturmes, im Stil eines asiatischen Teehäuschens errichtet. Im Volksmund wurde er auch als Steinernes Häuschen, Liebeshütte oder Chinesischer bzw. Weißer Tempel bezeichnet. Seine einzige kurze Erwähnung findet er in Erxlebens "Niesky und Umgegend" von 1882. Des Weiteren existiert eine Zeichnung von 1804 und ein Foto um 1910. Nach 1945 war der japanische Tempel als Bauwerk noch erhalten, wenngleich er deutliche Verfallsspuren zeigte. Seine Reste wurden in den 1950er Jahren abgetragen. Um den Standort darzustellen, wurden die Umrisse des japanischen Tempels 2018 mit Bambuspflanzungen markiert.

Nr. 18 Der Bismarck-Stein
Am 5. Juni 1885 wurde der Bismarck-Stein von den Obersecundaner des Nieskyer Pädagogiums am großen Rundweg in Neu-Monplaisir errichtet. Die Wochenzeitschrift „Herrnhut“, Ausgabe 25 vom 20. Juni 1885, berichtet darüber:
"Eine Feier sehr andrer Art brachte uns der 5. Juni, indem das Pädagogium sein Bismarck–Fest nachholte zur Erinnerung an den Tag (4. Juni), da der Kanzler vor 50 Jahren als Jurist in den Staatsdienst trat. Die Obersecundaner hatten mit Hülfe des ganzen Pädagogiums mächtige Steinblöcke aus „Siwa“ herangeschafft und in Monplaisir zu einem Denkmal erichtet, auf dem„Bismarck“ eingemeißelt wurde. Nachmittag 5 Uhr fand vor einem kleinen, dem Hause nächststehenden Publikum die Weihe des hübsch dekorierten Denkmals statt, bei der der Festredner hauptsächlich die sittlichen Eigenschaften und die Frömmigkeit des Staatsmannes hervorhob. Daran schloß sich ein Abendessen im Freien, bei dem noch manches ernste und heitre Wort über das unerschöpfliche Thema gesprochen wurde. Bei einbrechender Dunkelheit versammelte sich um ein großes Feuer auf dem Spielplatz ein großes Publikum und auch das von einem Manöver zurückgekehrte „Nieskyer Regiment“ samt unsrem freundlichen bereiten Bläserchor. Wir dürfen uns sagen, daß die mit einem Abendsegen vor dem Pädagogium endende Feier einen erhebenden Charakter trug, indem alle Redner, welche die verschiedenen Verdienste Bismarcks hervorhoben, doch sich frei hielten von Menschenvergötterung, sondern nur die „Freude am Vaterland“ neu zu wecken und einen Eindruck der großen Thaten Gottes zu geben suchten. Es war eine rechte und echte Niskyer Jugendfeier. "
Auch dieses steinerne Denkmal wurde in den 1950er Jahren abgerissen. Der Stein wurde umgeworfen und die Inschrift "BISMARCK" herausgeschlagen. 2017 erfolgten die Bergung und Restaurierung, der Bismarck-Stein konnte wieder aufgerichtet werden.

Nr. 19 Der Hungerturm
Eines der ältesten Bauwerke in den Parkanlagen von Niesky ist der Hungerturm. Er wurde wahrscheinlich bereits Ende der 1780er Jahre aus rotem Backstein im süd-östlichen Teil von Neu-Monplaisir errichtet. Der mit Zinnen und Söller ausgestattete Turm im Romanischen Stil hatte eine Höhe von ca. 6 m und einen Durchmesser von ca. 3 m. Den Pädagogisten als Geräteschuppen dienend, wurde er von den Nieskyern als "Hungerturm", "Roter Turm" oder auch "Pulverturm" bezeichnet.
Ihm gegenüber wurde in der 2. Hälfte des 19. Jhd. der Weiz-Stein errichtet und nur wenige Meter neben ihm um 1910 eine Freilichtbühne angelegt. Vor 1945 war der Hungerturm nachweislich noch intakt, Anfang der 1950er Jahre jedoch waren nur noch Reste des Turms vorhanden, welche dann später vollständig abgetragen und teilweise, als Baumaterial wiederverwendet wurden. 2017 erfolgte die Bepflanzung der Turmumrisse und die Nachbildung des Torbogens mit Hainbuchen.

Nr. 20 Der Weitz-Stein
Vergessen und unerkannt, liegt der Weiz-Stein bis heute am Wegesrand in Neu Monplaisir. 1867 wurde er dort, direkt gegenüber vom Hungerturm, zum Andenken an den Lehrer des Nieskyer Pädagogiums Theodor Weiz errichtet, welcher sich um die Verschönerung von Neu-Monplaisir besonders verdient gemacht hatte. Der Stein trug eine Tafel mit der Inschrift „Theodoro Weiz grata Paedagogii eivitas MDCCCLIX.“.
In den 1950er Jahren fiel auch der Weiz-Stein dem Abbruch zum Opfer. Die Tafel wurde herausgebrochen und der Stein umgeworfen. Somit verschwand auch der Weiz-Stein aus der Wahrnehmung der Nieskyer. 2017 erfolgten die Bergung und Restaurierung des Steins. Die fehlende Tafel wurde durch eine neue ersetzt. In neuer Pracht konnte er wieder am alten Standort aufgestellt werden.

Nr. 21 Die Freilichtbühne
Am Südrand von Neu-Monplaisir findet sich bis heute eine unscheinbare Freifläche mitten im Wald. Kaum einem Spaziergänger, der den Park passiert, ist bewusst, dass es sich dabei einst um eine Freilichtbühne handelte. Um 1910 wurde diese Freilichtbühne, wenige Meter neben dem Hungerturm, von den Schülern des Nieskyer Pädagogiums angelegt. Hier existierte schon vorher eine Freifläche mit einer kleinen Vertiefung, die man für Veranstaltungen nutzte. Diese wurde halbrund ausgeschachtet und kulissenartig ausgestaltet. Des Weiteren wurden Ränge für die Zuschauer angelegt. Vom Hungerturm aus führte ein Eingang von der Nordseite hinab in die Bühne. In der Stille Monplaisirs gelegen, fand hier so manche Theateraufführung statt. Diese Freilichtbühne diente anscheinend ausschließlich dem Pädagogium und trat deshalb kaum öffentlich in Erscheinung. Nach 1945 wurde sie von den Kindern zu kleineren Veranstaltungen genutzt. Bis Anfang der 1960er Jahre wurden hier noch FDJ- Treffen durchgeführt. Mit dem Verfall der Bauwerke im Park und dem Abriss des Hungerturms wurde die Bühne schließlich zugeschüttet und geriet damit ebenfalls in Vergessenheit. 2017 erfolgten die ersten Arbeitsmaßnahmen an der Freilichtbühne, der Wildwuchs wurde entfernt und der Bühneneingang mit Hainbuchen markiert.


